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Das älteste Gebäude der 1948 gegründeten Ev. Kirchengemeinde Weiden mit all ihren "Filialen" steht an der Aachener Strasse und ist unser heutiges "Jochen-Klepper-Haus" samt Kirchsaal. Wir haben allen Grund, dankbar auf die vergangenen 75 Jahre zurückzuschauen, denn seitdem gibt es in Weiden/Lövenich ein reges ev. Gemeindeleben.

Ab 1912 als Ausflugslokal, Restauration und Hotel vom Architekten (und Presbyter der Ev. Gemeinde Frechen) Emil Schreiterer erbaut, wurde es schnell mit seinen weithin sichtbaren Säulen zum berühmten Fotomotiv. Es wurde nach gut 15 Jahren Restaurationsbetrieb 1929 zum Kauf angeboten: der recht vermögende Bergwerksbesitzer Vietor Rolff, auch Presbyter in Frechen, verhandelt mit großem Geschick mit den Eigentümern des Gebäudes und kann den Kaufpreis für den großen Komplex samt Parkanlage auf 115.000 RM - heute etwa 650.000 Euro - herunterhandeln. (Ein zunächst geplanter Neubau einer Kirche hätte weitaus mehr gekostet!) Einen Teil der Summe schenkt er der Gemeinde, ein großer Teil wird als Anleihe bei Gerling aufgenommen, der Rest kommt vom Oberkirchenrat in Düsseldorf und von einem Hauskollektenfonds der Gemeinde.
Nun stellt sich das Problem, einen Tanzsaal in einen ev. Kirchensaal zu verwandeln; zwischen Juni und Oktober 1930 gelingt dieses Kunststück den Architekten Müller und Fritsche aus Wuppertal. Die bisherige Bühne wird zum Altarbereich mit Taufbecken, die Nebenräume und die Bierschwemme zu späterem Blauen Saal, Sakristei usw.
Am 5. Oktober 1930 wird dieses Gebäude in einem feierlichen Festgottesdienst mit vielen Gästen durch Pfarrer Weller als erstes ev. Gotteshaus auf Weidener Gebiet (ein)geweiht.
Ab 1931 hatte die "Vikariatsgemeinde Weiden" einen eigenen Küster, Herrn Keulen (bis 1961), der sich erfolgreich um das Gebäude und die Anpflanzung des Parks und der Gärten um das Gebäude herum kümmerte, heute noch in großen Teilen sichtbar.
1953 erfolgt der zweite Umbau unter Pfarrer Fiebig zum Kirchensaal mit großem Altarraum mit gewölbter Decke und Orgelempore, hinzu kam auf das Gebäude ein Glockentürmchen, 1978 unter Pfarrerin von Waechter dann der dritte Umbau mit vielen Verschönerungen und Umbauten besonders der Nebenräume und der Singschule im 1. Stock.
Insbesondere in den 30er Jahren war dieses Haus unverzichtbar für die immer stärker wachsende Weidener Gemeinde und ihre vielen Aktivitäten (vor allem Frauenhilfe, Chor, Konfirmanden- und Jugendarbeit); zwischen 1939-45 stark eingeschränkt durch Einquartierung deutscher Truppen usw., nach dem Krieg durch englisches und belgisches Militär.
Bis in die 60er Jahre hinein war es auch für Junkersdorf, Widdersdorf und Königsdorf das einzige Gemeindezentrum für die vielen Evangelischen (auch die vielen Gemeindeglieder, die aus dem Osten gekommen waren), wo ununterbrochen Gottesdienste und viele Aktivitäten angeboten wurden: es war "das" Zentrum der Ev. Gemeinde Weiden mit all seinen Filialen.
Man hatte bis 1971 einen herrlich weiten Blick vom Gebäude über Wiesen und Felder, bis ab 1971 "Weiden-Süd" mit der ersten Stufe des Einkaufscenters gebaut wurde. Heute steht es mitten im Zentrum von Weiden, gegenüber dem riesigen Rheincenter und dem Busbahnhof sowie der Straßenbahn-Haltestelle. Es ist sehr laut geworden ringsum.
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