Neuer Gemeindebrief September bis November

Geistliches Wort
Erntedank 2019/fairtrade

Liebe Gemeinde,
nun ist das Thema endlich in der Mitte
unserer Gesellschaft angekommen: Wir
haben als Menschheit nur diese eine Erde,
die wir gemeinsam schützen müssen und
auf der wir nur gemeinsam eine Zukunft
haben. Wir, das sind die Menschen, die in
einem mehr oder weniger vom Wohlstand
begünstigten Europa oder Nordamerika
leben. Und die Frauen, Männer und Kin-
der, die in Ländern leben, die ihnen vor
allem Armut zumuten und einen Mangel
an Gütern und Lebenschancen bieten.

Gemeinsam in der einen Welt – dazu mahnen uns der Astronaut Alexander Gerst, seit er von der Internationalen Raumfähre ISS wieder auf die Erde zurückgekehrt ist, und die jungen Menschen mit ihrer allfreitäglichen Demonstration „Fridays for Future“. Aber auch eine Kapitänin wie Carola Rackete, die durch ihr mutiges Handeln darauf hinwies, dass es ein Menschenrecht ist, am Leben zu bleiben bzw. aus Todesgefahr gerettet zu werden, wenn immer mehr Menschen verzweifelt unterwegs sind aus lebensfeindlichen Bedingungen in der Hoffnung auf eine Zukunft, die den Hunger stillen kann
und eine auskömmliche Entwicklungsperspektive für das eigene Leben bietet.
Am Erntedanktag denken wir jedes Jahr daran, dass es bei aller Fülle, die viele von
uns kennen, keineswegs selbstverständlich ist, genügend zum Leben zu haben.
Unser Wohlergehen verpflichtet uns auch, gerechte Strukturen in der Welt zu
schaffen. Bei uns und anderswo. Damit Menschen auskömmliche Einkommen
und Produktionsbedingungen haben, die nicht ihre Gesundheit schädigen.
Die Initiative „Faire Woche“ von Brot für die Welt und anderen weist in
jedem Jahr auf besondere Aspekte der Produktions- und Verkaufswege hin, die
genau dieses berücksichtigen möchten: gerechter Lohn für das Produkt und
gerechte Fertigungsbedingungen, die die Gesundheit schützen.

In diesem Jahr findet die Faire Woche vom bis 27. September 2019 bundesweit
mit über 2000 Veranstaltungen statt. Schirmherr der Fairen Woche ist auch
in diesem Jahr der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Dr. Gerd Müller. Er schreibt: „Ein gut gefüllter Kleiderschrank, Kaffee, Tee, Kakao nach Belieben, Südfrüchte zu jeder Jahreszeit, jedem ein Smartphone, Tablet und PC – all das und noch viel mehr erscheint uns selbstverständlich. Doch allzu oft ist dieser Wohlstand mit Armut in Entwicklungsländern erkauft. Denn vieles ist bei uns nur deshalb so
billig, weil andere die wahren Kosten dafür tragen. Am Anfang eines jeden
Produktes steht ein anderer Mensch – und sehr häufig ist es eine Frau. Wir alle entscheiden mit unseren Kaufentscheidungen mit über das Leben und die Chancen anderer Menschen. Und es ist auch Ihrer hartnäckigen Arbeit zu verdanken, dass dies immer mehr
Menschen bewusst wird. Immer mehr Menschen wollen wissen, wie das, was
sie kaufen, hergestellt wurde. Sie lassen nicht mehr allein den Preis
entscheiden, sondern achten auch auf ökologische und soziale Standards in der
Lieferkette.“ Wenn wir darauf achten, erfüllen wir das biblische Gebot der Achtung vor dem Leben gleich in zwei Richtungen:

Einmal zum Wohl unserer Brüder und Schwestern in ärmeren Ländern und zum anderen zum Wohl der uns anvertrauten Erde. Vielleicht nehmen Sie die Aktion der Fairen Woche in diesem Jahr ganz bewusst wahr und achten beim Einkauf auf das fairtrade-Zeichen.
Denn schließlich leben wir in Köln in der Hauptstadt des Fairen Handels. Wussten
Sie das noch nicht? Am Ortseingang von Königsdorf kommend sehen Sie den
Hinweis schon seit Mitte 2017. Machen Sie mit! Dann wird das Erntedankfest am 29. September noch dankbarer gefeiert werden können.

Ihre Pfarrerin Monika Crohn

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