„So weit Himmel und Erde ist“

Schöpfungsgottesdienst im Pfarrgarten der Heilig Geist Kirche
Seit 2010 begeht die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland den ökumenischen Tag der Schöpfung zwischen dem 1. September und dem 4.Oktober mit dem Ziel, im vorgenannten Zeitraum der Schöpfung im besonderen Maße zu gedenken und für die Förderung eines nachhaltigen Lebens zu beten. Auch in unserer Gemeinde wurde gemeinsam mit der katholischen Schwestergemeinde St. Marien dieser Schöpfungstag zum 4. Mal am 15. September 2017 im Rahmen eines Vespergottesdienstes in der Heilig Geist Kirche gefeiert. Wie auch bei den letzten Malen wurde dieser Gottesdienst von ehrenamtlichen Mitgliedern des Ökumeneausschusses (Karola Mischak-Struckmann, Renate
Schiek, Monika und Rudi Navratil und Dr. Steffanie Tiltmann-Fuchs) vorbereitet
und gestaltet. Das diesjährige Leitwort des Schöpfungstages lautet „So weit Himmel und Erde ist“ (Psalm 148, 13) und erinnert an die Liebe Gottes als den fundamentalen Beweggrund der gesamten Schöpfung. Damit verbunden ist Gottes Auftrag an die Menschen, die Schöpfung zu bewahren, und – in unsere Zeit übertragen – die Verpflichtung, gemeinsam Verantwortung für die Schöpfung im Sinne einer christlichen Umweltethik zu übernehmen. Der Schöpfungsgottesdienst in der Heilig Geist Kirche griff diesen Impuls auf und verknüpfte ihn mit dem Luther zugeschriebenen Zitat vom Apfelbaum „Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht, würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen.“ Das laufende Jahr steht – wie hinreichend bekannt – im Zeichen des 500-jährigen Jubiläums der Reformation, die in der Lutherstadt Wittenberg ihren Anfang nahm. Um diesem Ereignis einen bleibenden Ausdruck zu verleihen, entsteht in Wittenberg der so genannte Luthergarten: An unterschiedlichen Standorten
der Stadt werden insgesamt 500 Bäume gepflanzt und geben so der optimistischen
Haltung Luthers, die sich in dem ihm zugeschriebenen Zitat vom „Apfelbäumchen“
so anschaulich ausdrückt, konkrete Gestalt. Kirchen aus aller Welt und aller Konfessionen haben die Patenschaft für einen der 500 Bäume übernommen und
gleichzeitig einen Baum an ihrer Heimatkirche gepflanzt. Unser Kirchenkreis
Köln–Nord hatte im Mai auch einen Baum in Wittenberg gepflanzt und allen seinen 18 Gemeinden einen Baum geschenkt. Unsere Gemeinde hat sich
entschieden, diesen Baum an ihre katholische Partnergemeinde als ein solches
Zeichen weiter zu schenken, einen Apfelbaum, der beim Schöpfungsgottesdienst
nun im katholischen Gemeindegarten eingepflanzt wurde.
Nach einer halbstündigen Vesper leitete Pfarrerin Monika Crohn mit einigen
Reflektionen über die Bedeutung und Wertigkeit eines Baumes und des Apfelbaums
im Besonderen die feierliche Pflanzung des geschenkten Apfelbaums
ein.Crohn erwähnte augenzwinkernd, dass unsere Gemeinde bewusst eine besonders
schmackhafte und aromatische Sorte, den Berlepsch, gewählt habe, aus dem so mancher leckere Apfelkuchen zu backen sein wird. Nach der kurzen Ansprache ging es, ausgerüstet mit brennenden Kerzenlichtern, in einer kleinen Prozession hinaus in den Pfarrgarten zur feierlichen Pflanzung des Apfelbaums. Hier war auch die Tatkraft von Pfarrer Stefan Wißkirchen gefragt, der behände zum Spaten griff und half, das ausreichend große Loch für den Baum mit Erde zu füllen. Als man sicher war, dass der Baum stabil im Pflanzenloch stand, folgten alle Gottesdienstteilnehmenden noch gerne der Einladung des Ökumeneausschusses zu einem kleinen gemeinsamen Agape-Mahl in der Kirche. Bei süßem Weißbrot und – dem Anlass entsprechend – Cidre (Apfelwein) und vielen anregenden Gesprächen klang der Abend harmonisch aus.

Elke Lindhorst